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Umsatzsteuer-Voranmeldung: Fristen, Pflichten und häufige Fehler

Kurzfassung

Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist bis zum 10. des Folgemonats abzugeben und zu zahlen. Monatlich meldest du, wenn die Umsatzsteuer im Vorjahr über 9.000 € lag, vierteljährlich ab 2.000 €, darunter genügt die Jahreserklärung. Mit Dauerfristverlängerung hast du einen Monat mehr Zeit.

Wer eine Voranmeldung abgeben muss

Jedes Unternehmen, das Umsatzsteuer ausweist. Keine Voranmeldung brauchen:

  • Kleinunternehmer nach § 19 UStG: Umsatz im Vorjahr höchstens 25.000 € und im laufenden Jahr höchstens 100.000 €
  • Unternehmen mit weniger als 2.000 € Umsatzsteuer im Vorjahr, wenn das Finanzamt sie befreit. Dann genügt die Jahreserklärung

Abgaberhythmus und Fristen

Umsatzsteuer im VorjahrRhythmusFrist
über 9.000 €monatlich10. des Folgemonats
2.000 bis 9.000 €vierteljährlich10. April, Juli, Oktober, Januar
unter 2.000 €Befreiung möglichnur Jahreserklärung
Gründung 2021 bis 2026nach voraussichtlicher Steuerwie oben

Grundlage: § 18 Abs. 2 UStG in der Fassung ab 2025. Die frühere Pflicht, als Gründer zwei Jahre lang monatlich abzugeben, ist für Gründungen von 2021 bis 2026 ausgesetzt.

Dauerfristverlängerung

Mit einem einmaligen Antrag verlängert das Finanzamt die Frist dauerhaft um einen Monat. Du hast dann mehr Zeit, Belege einzusammeln und abzustimmen.

  • Antrag bis zur ersten Abgabefrist des Jahres, bei monatlicher Abgabe also bis 10. Februar
  • Bei monatlicher Abgabe eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres
  • Bei vierteljährlicher Abgabe entfällt die Sondervorauszahlung
  • Die Sondervorauszahlung wird mit der Voranmeldung für Dezember verrechnet
Beispiel: Die Vorauszahlungen im Vorjahr lagen bei 22.000 €. Die Sondervorauszahlung beträgt 22.000 € geteilt durch 11, also 2.000 €. Die Voranmeldung für Januar ist dann am 10. März fällig statt am 10. Februar.

Häufige Fehler

FehlerFolge
Vorsteuer aus Rechnungen ohne Pflichtangaben gezogenKorrektur und Nachzahlung, gegebenenfalls Zinsen
Falscher Steuersatz, etwa 7 % statt 19 %Nachzahlung der Differenz
Reverse Charge nach § 13b UStG übersehenSteuer nicht angemeldet, Nachzahlung
Innergemeinschaftlichen Erwerb nicht erklärtBerichtigung, oft ohne Mehrsteuer, aber mit Prüfaufwand
Private Nutzung nicht berücksichtigtZu hohe Vorsteuer, Nachzahlung
Voranmeldung zu spätVerspätungszuschlag bis 10 % der Steuer, höchstens 25.000 €
Keine Abgabe: Gibst du keine Voranmeldung ab, kann das Finanzamt die Steuer schätzen (§ 162 AO) und den geschätzten Betrag einfordern. Die Schätzung bleibt bestehen, bis du die Voranmeldung nachreichst.

Häufige Fragen zur Umsatzsteuer-Voranmeldung

Wann muss die Umsatzsteuer-Voranmeldung abgegeben werden?

Bis zum 10. Tag nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums, also bis zum 10. des Folgemonats oder des Monats nach dem Quartal. Bis dahin ist auch die Zahlung fällig. Mit Dauerfristverlängerung verschiebt sich beides um einen Monat.

Wer muss monatlich, wer vierteljährlich abgeben?

Maßgeblich ist die Umsatzsteuer des Vorjahres: über 9.000 € monatlich, 2.000 bis 9.000 € vierteljährlich, darunter kann das Finanzamt von Voranmeldungen befreien. Für Gründungen in den Jahren 2021 bis 2026 gilt keine feste Monatspflicht, entscheidend ist die voraussichtliche Steuer im Gründungsjahr.

Was ist eine Dauerfristverlängerung?

Ein einmaliger Antrag beim Finanzamt, der die Frist dauerhaft um einen Monat verlängert. Wer monatlich abgibt, zahlt dafür bis zum 10. Februar eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorauszahlungen des Vorjahres. Bei vierteljährlicher Abgabe entfällt die Sondervorauszahlung.

Was passiert bei verspäteter Abgabe?

Das Finanzamt kann einen Verspätungszuschlag festsetzen, höchstens 10 % der festgesetzten Steuer und nicht mehr als 25.000 € (§ 152 AO). Zahlst du zu spät, kommen Säumniszuschläge von 1 % je angefangenem Monat dazu (§ 240 AO).

Voranmeldung pünktlich abgeben

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